Wirtschaft und gewerbliche Betriebsstruktur

Nach 1950 drängten immer mehr Frauen in das Berufsleben und auf den Arbeitsmarkt. So hat auch Bürgermeister Josef Andre im Frühjahr 1970 für Seitenstetten einen Frauenbetrieb gesucht. Trotz der großen Entfernung von Salzburg hat sich Schneiders, dank der umfangreichen Bemühungen des Bürgermeisters und wegen des Arbeitskräftemangels in Salzburg, entschlossen nach Seitenstetten zu gehen. Am 2. November 1970 wurde mit 20 Mitarbeitern die erste Betriebsstätte im Gasthof Strohmayer (heute Mostviertlerwirt) errichtet. Im Frühjahr 1973 eröffnete zusätzlich eine zweite Betriebsstätte im Haus Maderthaner in der Amstettner Straße. Die Mitarbeiterzahl beider Betriebe belief sich auf 70 Personen. Im Jahr 1979 wurde das ehemalige Priesterseminar „Adolfinum“ angekauft, umgebaut und renoviert und am 2. November 1980 als neuen Zweigbetrieb eröffnet. Die beiden anderen Betriebsstätten wurden stillgelegt.

Der höchste Mitarbeiterstand betrug im Lauf der Jahre 145 Personen. Die Entwicklung in der österreichischen und europäischen Bekleidungsindustrie brachte es mit sich, dass Erzeugung aus Kostengründen im Inland unmöglich wurde. Nach langsamem sukzessivem Personalabbau wurde der Betrieb in Seitenstetten im September 2009 geschlossen.


Im Jahre 1961 gründete Peter Lisec einen glasverarbeiteten Gewerbebetrieb in Hausmening. 1993 erwarb Kommerzialrat Peter Lisec ein großes Betriebsareal in Seitenstetten, baute ein neues Fabrikgebäude und gründete die Lisec Maschinenbau GmbH. Die Zahl der Arbeitsplätze ist dank der Ansiedlung des Leitbetriebes Lisec bis heute auf 700 angestiegen.


Das traditionelle Kleingewerbe fiel in den letzten 50 Jahren weitgehender „Strukturbereinigung“ zum Opfer. So existieren viele Gasthäuser, Handwerksbetriebe und Werkstätten in der ursprünglichen Form nicht mehr und wurden geschlossen. Bis heute haben sich jedoch viele selbstständig gemacht. 1991 gab es 85 Gewerbetreibende und heute sind es etwa 140 mit ca. 1400 Beschäftigten.