Rückbau der Url

zwischen der „Neudaumühle" und der Brücke Westbahnstrecke

Das monotone Erscheinungsbild der Url im Bereich "An der Bahn" gehört nun der Vergangenheit an. Der Rückbau der in den 1960er-Jahren begradigten Url im Bereich der Gemeindegrenze St. Peter/Au-Seitenstetten zwischen der „Neudaumühle" und der Brücke Westbahnstrecke (gegenüber der Firma Lisec) steht vor der Finalisierung. In diesem Flussabschnitt kam es bereits bei kleinen bis mittleren Hochwasserereignissen zu Ausuferungen und Geschiebeablagerungen. Mithilfe von Fördermitteln von Bund und Land Niederösterreich konnte das Projekt schließlich im Mai 2020 gestartet werden.

Die Url wurde auf einer Länge von 810 Metern nun wieder naturnah umgestaltet, mit dem Ziel eine gewässerökologische Verbesserung sowie eine Verbesserung des Feststoffhaushaltes zu erzielen. 

Mithilfe von Einbauten wie Buhnen (rechtwinkelig zum Flussverlauf errichtete Dämme) und Totholz konnte das Flussbett wieder kleinräumig strukturiert werden. Aufgrund der umfangreichen Aufweitungen des Flussbettes verbessert sich auch das Abflussvermögen des Flusses in diesem Bereich. Sedimente werden bei künftigen Hochwassern erodiert und weiter flussabwärts wieder als natürliche Schotterbänke abgelegt. „Durch die großzügige Gestaltung wurden Retentionsflächen geschaffen, was die Situation im Hochwasserfall entschärft. Das Geschiebe der Url, also das mitgeführte Material, kann sich hier ablagern und im Bedarfsfall gezielt entnommen werden", informiert Projektleiter Oliver Huber (Abteilung Wasserbau, Amt der NÖ Landesregierung). 

Beim Umbau wurde eine natürliche, gewässertypische Linienführung angestrebt, die den Fischen mehr Lebensraum bietet. Die Uferbepflanzung spendet Schatten und wirkt sich positiv auf die Stabilität der Wassertemperatur aus. Im Zuge des Projektes wurde auch der Weidersdorferbach, der in diesem Bereich einmündet, wieder fischpassierbar mit der Url verbunden.

Die Finalisierungsarbeiten wurden bis Ende Jänner 2021 abgeschlossen. Die Kosten des 720.000-Euro-Projektes trägt zu 60 Prozent der Bund, 20 Prozent werden aus den Fördermitteln des Landes Niederösterreich lukriert, 20 Prozent finanziert der Url-Wasserverband.